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Rüstungsriese BAE kauft sich frei |
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Montag, 8. Februar 2010 |
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London - Europas größter Rüstungskonzern BAE Systems hat
Unregelmäßigkeiten bei milliardenschweren Exportgeschäften eingeräumt.
Das britische Unternehmen zahlt eine Strafe von insgesamt 386 Millionen
Pfund (etwa 327 Millionen Euro), um Ermittlungen wegen
Korruptionsvorwürfen zu beenden. Im Gegenzug stellen die britische
Antikorruptionsbehörde Serious Fraud Office (SFO) sowie das
US-Justizministerium in Washington ihre Ermittlungen wegen angeblicher
Schmiergeldzahlungen ein. BAE räumte zwar Fehler ein, allerdings
erklärte sich der Konzern der Korruption nicht schuldig.
Seit Jahren hat der Skandal um BAE für Schlagzeilen gesorgt, zumal der
frühere britische Premierminister Tony Blair Druck auf den britischen
Generalstaatsanwalt ausübte, die Ermittlungen wegen eines angeblich
nationalen Interesses einzustellen. Das Einlenken von BAE erklärt sich
vor allem mit Befürchtungen, dass der Konzern in den USA auf eine
schwarze Liste gesetzt worden wäre, wenn sich die Korruptionsvorwürfe
erhärtet hätten. Damit wäre BAE vom lukrativen US-Rüstungsmarkt
ausgeschlossen worden.
In den USA muss das Unternehmen mehr als 255 Millionen Pfund Strafe an
das Justizministerium zahlen, weil es irreführende Angaben über
Geschäfte mit Ländern wie Ungarn, Tschechien und Saudi-Arabien gemacht
hatte. In Großbritannien soll BAE wegen Fehlern bei der Rechnungslegung
bei Geschäften in Tansania 30 Millionen Pfund zahlen. Das ist die
höchste Strafe, die die Antikorruptionsbehörde je gegen ein britisches
Unternehmen verhängt hatte.
Die Vorwürfe gegen Europas größten Rüstungskonzern wiegen schwer:
Jahrelang soll BAE mit Millionengeldern aus schwarzen Kassen illustre
Auftraggeber geschmiert haben. Im Mittelpunkt des Falls stand die
Lieferung von Kampfflugzeugen des Typs Tornado und Eurofighter Typhoon
an Saudi-Arabien. Dabei soll BAE im Rahmen des sogenannten
Al-Yamamah-Vertrags etwa eine Milliarde Pfund an Prinz Bandar bin
Sultan gezahlt haben. Den Liefervertrag hatte bereits in den achtziger
Jahren die damalige britische Premierministerin Margaret Thatcher in
die Wege geleitet. Auch Bandar wies die Vorwürfe zurück.
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