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Der Chef des Bezahlsenders Sky Deutschland, Mark Williams, hat das
Handtuch geworfen. Medienmogul und Sky-Hauptaktionär Rupert Murdoch
hofft nun auf die Kehrkünste des Neuen. Es wird keine leichte Aufgabe
für Brian Sullivan. Denn Deutschland ist nicht Großbritannien.
Während Sky in Großbritannien - dem letzten Arbeitsplatz von Sullivan -
gut angenommen wird, tun sich die Deutschen mit dem Bezahlfernsehen
weiterhin schwer. Das Neukundengeschäft schwächelt hierzulande ganz
erheblich. Sky Deutschland ist finanziell stark angeschlagen, der
Konzern steuert auf einen Jahresverlust von 250 bis 275 Millionen Euro
zu.
In dem Bemühen, Sky Deutschland wieder zurück auf die Gewinnspur zu
führen, hat Sky-Hauptaktionär Rupert Murdoch bereits einiges an
Personal verschlissen. Der alte Vorstandschef Mark Williams hatte sein
Amt erst im Herbst 2008 angetreten. Nun verlässt er das Unternehmen
bereits zum 31. März 2010 – "aus persönlichen Gründen", wie Sky am
späten Mittwochabend mitteilte.
Zuletzt hatte es am Markt mehrfach Gerüchte gegeben, Williams könne
wegen Erfolglosigkeit das Handtuch schmeißen. Sky dementierte jedoch
stets.
Nachfolger Williams' soll der bisherige Manager des britischen
Pay-TV-Anbieters British Sky Broadcasting (BSkyB), Brian Sullivan,
werden. Er wechselt bereits zum 1. Januar nach München, um sich als
stellvertretender Vorstandschef in seine neue Aufgabe einzuarbeiten.
"Deutschland und Österreich besitzen ein für Pay-TV und HDTV bislang
bei weitem noch nicht realisiertes Potenzial, das wir auf der nunmehr
geschaffenen Grundlage weiter erschließen werden", kündigte Sullivan
an.
"Ich halte die Meldung aber für negativ", kommentierte ein Händler
den Führungswechsel bei Sky. "Immerhin wurde Williams den Anlegern erst
vor knapp einem Jahr als Heilsbringer präsentiert."
Tatsächlich fällt die Reaktion der Anleger äußerst herbe aus: Die
Sky-Aktie bricht zu Handelsauftakt um 11,5 Prozent auf 2,16 Euro ein.
Bereits am Vortag hatte sie mit einem Minus von 4,7 Prozent erheblich
unter Druck gestanden. Marktbeobachter munkelten über
Insidertransaktionen.
Mit dem heutigen Kursrutsch hat sich das ohnehin schon mehr als düstere
charttechnische Bild des Titels erheblich eingetrübt. Denn damit hat
die Sky-Aktie die wichtige horizontale Unterstützungslinie bei 2,33
Euro – hier verlaufen das Hoch von Anfang April und das Tief von Ende
November – nach unten durchbrochen.
Auf dem Weg zum Rekordtief von 1,27 Euro gibt es nun nur noch wenige
Unterstützungsmarken. Der Abwärtstrend ist ungebrochen, die Aktie
notiert deutlich sowohl unter der 200- als auch der 38-Tage-Linie. Die
technischen Verkaufssignale sind somit ziemlich eindeutig.
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