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Sky hat einen neuen Besen Drucken E-Mail
Montag, 21. Dezember 2009

Der Chef des Bezahlsenders Sky Deutschland, Mark Williams, hat das Handtuch geworfen. Medienmogul und Sky-Hauptaktionär Rupert Murdoch hofft nun auf die Kehrkünste des Neuen. Es wird keine leichte Aufgabe für Brian Sullivan. Denn Deutschland ist nicht Großbritannien.

Während Sky in Großbritannien - dem letzten Arbeitsplatz von Sullivan - gut angenommen wird, tun sich die Deutschen mit dem Bezahlfernsehen weiterhin schwer. Das Neukundengeschäft schwächelt hierzulande ganz erheblich. Sky Deutschland ist finanziell stark angeschlagen, der Konzern steuert auf einen Jahresverlust von 250 bis 275 Millionen Euro zu.

In dem Bemühen, Sky Deutschland wieder zurück auf die Gewinnspur zu führen, hat Sky-Hauptaktionär Rupert Murdoch bereits einiges an Personal verschlissen. Der alte Vorstandschef Mark Williams hatte sein Amt erst im Herbst 2008 angetreten. Nun verlässt er das Unternehmen bereits zum 31. März 2010 – "aus persönlichen Gründen", wie Sky am späten Mittwochabend mitteilte.

Zuletzt hatte es am Markt mehrfach Gerüchte gegeben, Williams könne wegen Erfolglosigkeit das Handtuch schmeißen. Sky dementierte jedoch stets.

Nachfolger Williams' soll der bisherige Manager des britischen Pay-TV-Anbieters British Sky Broadcasting (BSkyB), Brian Sullivan, werden. Er wechselt bereits zum 1. Januar nach München, um sich als stellvertretender Vorstandschef in seine neue Aufgabe einzuarbeiten.

"Deutschland und Österreich besitzen ein für Pay-TV und HDTV bislang bei weitem noch nicht realisiertes Potenzial, das wir auf der nunmehr geschaffenen Grundlage weiter erschließen werden", kündigte Sullivan an.

"Ich halte die Meldung aber für negativ", kommentierte ein Händler den Führungswechsel bei Sky. "Immerhin wurde Williams den Anlegern erst vor knapp einem Jahr als Heilsbringer präsentiert."

Tatsächlich fällt die Reaktion der Anleger äußerst herbe aus: Die Sky-Aktie bricht zu Handelsauftakt um 11,5 Prozent auf 2,16 Euro ein. Bereits am Vortag hatte sie mit einem Minus von 4,7 Prozent erheblich unter Druck gestanden. Marktbeobachter munkelten über Insidertransaktionen.

Mit dem heutigen Kursrutsch hat sich das ohnehin schon mehr als düstere charttechnische Bild des Titels erheblich eingetrübt. Denn damit hat die Sky-Aktie die wichtige horizontale Unterstützungslinie bei 2,33 Euro – hier verlaufen das Hoch von Anfang April und das Tief von Ende November – nach unten durchbrochen.

Auf dem Weg zum Rekordtief von 1,27 Euro gibt es nun nur noch wenige Unterstützungsmarken. Der Abwärtstrend ist ungebrochen, die Aktie notiert deutlich sowohl unter der 200- als auch der 38-Tage-Linie. Die technischen Verkaufssignale sind somit ziemlich eindeutig.

 

 
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